Corona-Lockdown, Absturz, Wirtschaftskrise

9. November 2020

„Meckatzer Löwenbräu ist klassischer Mittelstand. 25 Millionen Euro Jahresumsatz, 125 Mitarbeiter, 200.000 Hektoliter Bier pro Jahr. Gut 20 Gastwirtschaften verpachtet die Brauerei selbst. Rund ein Viertel seines Biers verkauft Weiß an die Gastronomie, und man kann sagen: Es gab schon einfachere Zeiten für den Betrieb am Bodensee. Wenn Gastwirte und Hoteliers nun schließen müssen, bekommen das auch Bierbrauer wie er zu spüren, ebenso wie Winzer und Metzger, die die Gastronomie beliefern.

Im November sollen zudem nicht nur Restaurants geschlossen bleiben, sondern auch Theater, Konzertsäle und Fitnessstudios. Hotels dürfen keine Touristen mehr aufnehmen, es gibt keine Messen und keinen Vereinssport.

Nach dem ersten Shutdown – die Brauerei verlor elf Prozent ihres Umsatzes – hätten sie und die belieferten Gastwirtschaften „gerade wieder etwas Luft geholt“, sagt Peter Weiß. Jetzt geht es erneut los. Einen Monat lang wird keine Bar, kein Restaurant, kein Lokal mit Stammtisch bei ihm Bier bestellen. Daher hat er erst mal die Bierfahrer, die die Gasthäuser beliefern, in Kurzarbeit geschickt, ebenso die Fass-Abfüller und Monteure. Um den ausfallenden Umsatz auszugleichen, kürzt Weiß Ausgaben, Posten für Posten. So strich er seinen Werbeetat von rund zwei Millionen Euro um ein Drittel und überlegt, ob er die Wartung der Abfüllanlage – Kosten 150.000 Euro – aufs nächste Jahr verschieben soll. So bekommen weitere Firmen, von der Werbeagentur bis zum Wartungstechniker, die Schließung der Gastronomie zu spüren. Die Krise zieht ihre Kreise.“ Hier geht’s zum kompletten Artikel.

Das ist noch nicht abschließend und es ist nur 1 Beispiel 1 Unternehmens aus 1 Branche. Und es geht noch weiter. Verdienstausfälle von mehreren tausend Euro oder Mindereinnahmen durch Kurzarbeitergeld muss man erst einmal verkraften. Gerade wenn in einer Großstadt mieten zu berappen sind, die einen Großteil der Einkünfte aufzehren. Meine Prognose: Mehr Menschen werden Menschen kennen, die es wirtschaftlich und vielleicht existentiell schwerer trifft als Corona selbst. (Foto Gerd Altmann)


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